21.09.2015

Krankenhausreform – so nicht

Drei junge Pflegekräfte vertreten das Klinikum am 23. September in Berlin

Auf die Frage, was Melanie Mrwa als Jugend- und Auszubildenden-Vertreterin des Klinikums bewegt hat, bei der Protestaktion in Berlin mitzuwirken, sagt die in Altenburg lebende junge Frau klar und ohne Umschweife: „Ich möchte mit dabei sein und das Klinikum unterstützen.“ Dies zeigt, auch den jungen Menschen ist klar geworden: Die jetzt geplante Reform dient weder dem Personal in den Krankenhäusern noch den Patienten. Wieder einmal soll Geld gekürzt werden – und das auf Kosten von Menschen, die beflissen und verantwortungsvoll ihren täglichen Dienst - direkt oder indirekt - am Krankenbett tun, oder auf deren Hilfe und eine qualitativ gute medizinische Versorgung angewiesen sind.

Nachdem sich bereits am 24. Juni 13 Uhr, dem Tag der Gesundheitsministerkonferenz, deutschlandweit sprichwörtlich nach dem Motto „Jetzt schlägt’s 13“, Gewerkschaften und Krankenhäuser solidarisch in der  Protestaktion „162.000 brauchen dich“ gezeigt hatten, wird es am 23. September in Berlin nun eine große gemeinschaftliche  Aktion geben.

Initiiert von der Deutschen Krankenhausgesellschaft treffen sich dort Abgesandte aus den Krankenhäusern der Republik, um durch Präsenz und mit Worten ihrem Unmut gegen die geplante „Krankenhausreform“ Ausdruck zu verleihen. Viel Zeit bleibt nicht, denn bereits im Januar 2016 soll das Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung (KHSG), wie es vollständig heißt, in Kraft treten. „Umso mehr freuen wir uns“, gibt die Betriebsratsvorsitzende des Klinikums, Iris Lange, zu erkennen, „dass sich neben Melanie Mrwa, die seit 2014 den Springerpool tatkräftig unterstützt, auch zwei junge Männer mit auf die Reise nach Berlin begeben.“ Einer von ihnen ist Felix Warkow. Er gehört zu den diesjährigen Absolventen der Krankenpflegehelferausbildung und hat nun seinen Platz im Patientenbegleitdienst gefunden. Nachdem er 2011 ein Freiwilliges Sozialen Jahr im Klinikum absolviert hatte, wusste er, ein Pflegeberuf ist sein Beruf. Für ihn, so gab er vor einigen Tagen zu erkennen, sei es eine „interessante Erfahrung“, in Berlin dabei sein zu dürfen.“ Als dritter im Bunde und ebenfalls Absolvent der Krankenpflegehelferausbildung 2015 begibt sich Florian Illgen am 23. September auf den Weg zum Brandenburger Tor, wo die Aktion stattfinden wird. Er hat seine pflegerische Aufgabe auf einer der neurologischen Stationen gefunden. Von seiner Teilnahme an der Aktion verspricht er sich noch mehr Information zum Thema, die er gern an seine Kolleginnen und Kollegen weitergeben will, von denen einige gern selbst mitgereist wären. Weil aber der Krankenhausbetrieb weitergehen muss, war das nicht möglich. Doch sicher ist: Alle diejenigen im Klinikum, die nicht mitfahren können, unterstützen die drei jugendlichen Vertreter des Klinikums durch ihr konsequentes Tun vor Ort in Altenburg.

Die Protestaktion in Berlin könnte für viele ein wichtiges Zeichen setzen, da sie nicht nur Gewerkschaften und Krankenhäuser in der Sache solidarisch vereint, sondern auch zeigt, wie wichtig es ist, dass alle, Entscheidungsträger, Vorgesetzte und Mitarbeiter, an einem Strang ziehen, wenn es um das Wohl der Patientinnen und Patienten geht, die ein Recht auf eine gute medizinische Versorgung haben. Dazu gehört auch und vor allem genügend gut ausgebildetes Personal. Doch das hat seinen Preis, der eben nicht verhandelbar ist.

 

Ilka Schiwek


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