15.07.2016

Jahresabschluss 2015

des Klinikums Altenburger Land und seiner Tochtergesellschaften

Noch muss der Jahresabschluss 2015 des Klinikums Altenburger Land den Kreistagsmitgliedern zum Beschluss vorgelegt werden, doch bereits jetzt steht fest, dass es sich um ein erfolgreiches Geschäftsjahr gehandelt hat. Die Geschäftsführer Dr. Gundula Werner und Dr. Lutz Blase stellten die Ergebnisse jetzt in einem Pressegespräch vor. Erstmalig konnten sowohl bei der Konzernmutter, dem Klinikum Altenburger Land, als auch bei allen Tochtergesellschaften positive Ergebnisse erzielt werden. Beim Klinikum selbst blieb das Ergebnis – ein Überschuss von knapp 500T€ -  trotz einer Umsatzsteigerung um 4,8 % gegenüber dem Jahr 2014 nahezu unverändert.

Die Medizinischen Versorgungszentren Altenburger Land GmbH, umgangssprachlich kurz MVZ genannt, konnten einen Überschuss von ca. 280 T€ erwirtschaften. „Nach Jahren ständiger Strukturänderungen kommen wir nun in eine Phase der Konsolidierung“ erläutert Dr. Blase das um 800 T€ zum Vorjahr verbesserte Ergebnis.

Ebenfalls um 800 T€ gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das Ergebnis der Gesellschaft für Rehabilitation, Therapie und Prävention, deren Hauptgeschäftsfeld die Klinik für Ambulante Rehabilitation im MEDICUM darstellt. 2014 konnte erst im Laufe des Jahres mit der Behandlung der Rehabilitanden begonnen werden. Dr. Werner wies darauf hin, dass jedoch bereits Monate vorher Personal eingestellt und die Einrichtung vorbereitet werden musste: „Das war eine typische Anlaufkurve, die zu einem negativen Ergebnis führte. Nachdem jetzt das erste volle Jahr abgerechnet werden konnte, freut das positive Ergebnis umso mehr.“

Auch die Schmöllner Heimgesellschaft konnte, nach einem geringen Fehlbetrag 2014, wieder einen positiven Jahresabschluss verbuchen.

Mit 1.252 Mitarbeitern im Jahr 2015, 36 mehr als im Vorjahr, war der Klinikkonzern sicher mit Abstand der größte Arbeitgeber im Landkreis Altenburger Land.
Im Klinikum werden jährlich je etwa 20.000 stationäre und ambulante Patienten behandelt.

Im MVZ fanden 2015 85.000 Behandlungen statt, 10.000 mehr als im Vorjahr.
In der Klinik für Ambulante Rehabilitation im MEDICUM waren die je 30 Therapieplätze in der neurologischen und orthopädischen Reha immer ausgebucht. Seit Mitte dieses Jahres können nun noch 10 Plätze mehr in der orthopädischen Reha vergeben werden.

Im Klinikum wurde auch 2015 kräftig investiert, insgesamt 2.361 T€. Allein die Hälfte der Summe floss in Baumaßnahmen, hier insbesondere in die Einrichtung der Palliativstation im Klinikbereich in Schmölln sowie in den Umbau der alten Laborräume im Klinikum. Nach und nach werden sämtliche Stationen in Altenburg, die bereits seit 1997 in Betrieb sind, modernisiert. „Wir sind sehr glücklich mit dem Umstand, dafür eine leere Ausweichstation zur Verfügung zu haben“ so Dr. Blase. Die Stationsabläufe müssen nicht unterbrochen werden und die Patienten werden nicht gestört. Außerdem erfolgt der Ausbau reibungsloser, wenn die Handwerker auf einer leeren Station arbeiten können.
Der Rest der Investitionen erfolgte in Medizintechnik und Ausstattung, hier insbesondere in die Umstellung der OP-Leuchten auf LED – Technik, die Anschaffung eines OP-Mikroskops und ein Teilaustausch der inzwischen auch fast 20 Jahre alten Klinikbetten. Allein in IT-Hardware und Software wurden ca. 230 T€ investiert.

„Für das laufende bzw. das kommende Jahr stehen als besondere Investitionsmaßnahmen der Bau eines neuen Regenrückhaltebeckens, die Neugestaltung der Cafeteria im Klinikum, der Umzug der Krankenpflegeschule in die ehemaligen Laborräume und die Neubeschaffung des inzwischen über 10 Jahre alten Magnetresonanztomographen (MRT) im Vordergrund. Allein bei dem letztgenannten Vorhaben wird mit einem Investitionsvolumen von über 2 Mio. Euro gerechnet“ zählen die beiden Geschäftsführer Projekte auf, die schon begonnen sind.
Es sind große Vorhaben. Dabei ist die Investitionsfinanzierung nach wie vor die Achillesferse der Krankenhäuser. „Der Freistaat Thüringen kommt, ebenso übrigens wir alle anderen Bundesländer auch, seiner Verpflichtung zur Bereitstellung der Investitionsmittel nur ungenügend nach“ müssen beide Geschäftsführer regelmäßig feststellen. Das Klinikum benötigt nur zur Aufrechterhaltung seiner modernen Infrastruktur Investitionsmittel in Höhe von jährlich ca. 2 Mio. Euro. Tatsächlich durch das Land zur Verfügung gestellt werden aber z.B. im Jahr 2016 lediglich ca. 980 T€. Im vergangenen Jahr waren es sogar nur 650 T€. Die fehlenden Investitionsmittel muss das Klinikum durch Überschüsse im laufenden Betrieb erwirtschaften. Dieses Prinzip ist in der gewerblichen Wirtschaft üblich. Bei Krankenhäusern verhält es sich anders. In die jeweiligen Preise für die erbrachte medizinische Leistung, sind Investitionsanteile nicht eingerechnet, da die Investitionsfinanzierung eine gesetzliche Aufgabe des jeweiligen Bundeslandes ist. Dr. Blase und Dr. Werner beschreiben die Auswirkungen so: „Diese Schieflage in der Investitionsfinanzierung zwingt das Klinikum, genau wie alle anderen Krankenhäuser auch, zu einer beständigen Suche nach Effizienzsteigerungen, um die benötigten Investitionsmittel zu erwirtschaften. Dies wiederum führt unter anderem zu einer stetigen Arbeitsverdichtung bei den Mitarbeitern. Dieser Prozess mündet nach unserer Ansicht in einer Sackgasse und ist weitestgehend abgeschlossen. Der beständige Ruf der Krankenkassen nach Effizienzsteigerung in den Krankenhäusern mag weiter erklingen, indes ist hier bei den meisten Häusern das Erreichbare längst umgesetzt.“

Welche Lösungen zeigen sich auf? Eine der wesentlichen Herausforderungen in der Zukunft für das Klinikum ist nicht mehr das in den letzten Jahren stattgehabte Wachstum bei der stationären Krankenversorgung. Inzwischen werden fast 80 % aller stationären Behandlungen der Einwohner des Landkreises am Klinikum durchgeführt, und dies, obwohl hier für Bereiche wie z.B. die Psychiatrie oder die Urologie keine Leistungen angeboten werden können. 
Moderates Wachstum wird noch immer eine Rolle spielen. Ein Beispiel dafür war die Eröffnung der Palliativstation im Juni 2015. Aber die Leistungsausweitung steht nicht mehr so deutlich im Vordergrund  der Strategie des Klinikums wie  in den Vorjahren.

Vielmehr richtet sich der Blick vor allem auch nach innen. Die Mitarbeiter des Klinikums, insbesondere die Mitarbeiter in der Patientenbetreuung, stellen eine hochwertige Versorgung 7 Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag sicher. Dies ist verbunden mit Arbeitszeiten an Wochenenden, an Feiertagen und in der Nacht. Neben den physischen Belastungen sind die Mitarbeiter auch häufig psychischen Belastungen ausgesetzt.
Ab August wird das Klinikum deswegen erstmals ein strukturiertes betriebliches Gesundheitsmanagement einrichten. Ziel ist es, nicht auf Erkrankung zu reagieren, sondern bereits die Gefährdung zu erkennen und durch gezielte Maßnahmen einer Krankheitsentstehung oder –verschlimmerung vorzubeugen.

„Um den Anforderungen an die moderne Medizin gerecht zu werden - und diese Anforderungen drücken sich zunehmend über den Parameter Qualität in der medizinischen Versorgung aus - wollen wir mehr in interne Ressourcen investieren“ zeigt Dr. Blase weitere Wege auf: „So haben wir allen Absolventen des Jahres 2016 unserer Krankenpflegeschule  ein Übernahmeangebot gemacht.
Seit 2014 haben wir, als eine der ersten Kliniken im Thüringen, eine ärztlich geleitete Stabsstelle für Krankenhaushygiene am Klinikum. Aufgabe der Stabsstelle ist es, durch gezielte Maßnahmen und Kontrollen Krankenhausinfektionen zu reduzieren.
Noch im laufenden Jahr werden wir dem Beispiel anderer Kliniken folgen und ein internes Fehlermeldesystem im Klinikum einführen. Mitarbeiter erhalten so die Gelegenheit, anonym und ohne Sanktionsangst Schwachstellen in der medizinischen Versorgung zu melden, die die Patientensicherheit oder den Heilerfolg gefährden könnten.“

Beide Geschäftsführer sind zuversichtlich: „Wir sehen unser Klinikum, nicht zuletzt auch im Verbund mit den Tochtergesellschaften und den sich hieraus ergebenden Synergien, auch für die Zukunft gut gerüstet, um dauerhaft eine hochwertige Versorgung der Landkreisbevölkerung mit den benötigten medizinischen Dienstleistungen sicher zu stellen und ein attraktiver und zuverlässiger Arbeitgeber zu sein.“


Klinikum
Altenburger Land GmbH
Am Waldessaum 10
04600 Altenburg
 
Tel.: 03447 52-0
Fax: 03447 52-1177
 
E-Mail: info@klinikum-altenburgerland.de 

 

Copyright © 2021 Klinikum Altenburger Land